Kampagne gegen sexuellen Missbrauch an Kindern

Es ist bittere Realität: Sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche geschehen immer wieder. Leider ist auch das Schwimmbad ein Ort, an dem die Täter auftreten. Die Niederrheinwerke Viersen mobil und aktiv GmbH als Betreiber der Schwimmbäder in Viersen und Tönisvorst haben deshalb eine Aufklärungskampagne ins Leben gerufen. Als Partner mit dabei sind der Kinderschutzbund Viersen und der „Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen im Kreis Viersen“.

Die Kampagne richtet sich an Kinder und Jugendliche, Eltern – und an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bädern. Der Aufklärung dienen drei verschiedene Plakate und ein Faltblatt. Die Materialien wurden von den niederrheinwerken eigens für die Kampagne entwickelt und sind ab sofort in den Bädern zu finden. Die Plakate zeigen Formen des Missbrauchs: das Angeglotzwerden, das Angequatschtwerden und das Angefasstwerden. Sie ermuntern die Kinder und Jugendlichen, im Falle eines Falles laut „nein“ zu sagen und sich Unterstützung zu holen. Das Faltblatt gibt nähere Informationen zum Thema, erklärt die Kampagne und nennt Ansprechpartner.

„Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ist Lebensrealität“, sagt Marlies Lauten-Caumanns vom Kinderschutzbund Viersen. „Wir Erwachsene dürfen unsere Augen vor dieser sehr schwierigen Problematik nicht verschließen. Wir müssen den Kindern und den Heranwachsenden dabei helfen, Gefahren zu erkennen und rechtzeitig Hilfe zu holen.“

Weiteres zentrales Anliegen der Kampagne ist es, auch die Bädermitarbeiterinnen und Bädermitarbeiter der Niederrheinwerke Viersen aktiv GmbH zu informieren. Denn erste Anlaufstelle für die Kinder sind im Fall eines Übergriffs die Schwimmmeister. „Es ist sehr wichtig, dass die Kinder oder Jugendlichen so schnell wie möglich zu uns zu kommen, wenn sie belästigt werden“, sagt Bäderleiter Klaus Knoche. „Dann können wir sofort reagieren.“

Wenn die Kinder dagegen erst zuhause von dem Vorfall erzählen, ist es sehr viel schwieriger, den Täter zu überführen. „Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass bei den Kindern eine Hemmschwelle besteht, über die unangenehmen Erlebnisse zu berichten. Das war für uns der Grund, unsere gut 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend zu schulen“, so Knoche.

Durchgeführt wurden die Mitarbeiter-Schulungen von Anna Janßen vom Frauenzentrum Viersen und von Kriminalhauptkommisssarin Gesa Brauer-Ebner vom Viersener Kommissariat Kriminalprävention. Gesa Brauer-Ebner: „Wenn es um sexuellen Missbrauch geht, muss man als Erwachsener genau hinhören, Kindern Glauben schenken und das oft Unfassbare für sich zulassen. Wir haben in der Schulung festgestellt, dass die Schwimmmeisterinnen und Schwimmmeister bereits sehr sensibel sind, was den Umgang mit dem Thema angeht.“

Mit dem Projekt verfolgen die niederrheinwerke viersen aktiv und ihre Partner drei Ziele. Klaus Knoche: „Unser Augenmerk liegt auf der  Information, der Schulung – und der Abschreckung. Mögliche Täter sollten wissen, dass wir in unseren Bädern ganz genau hinschauen.“